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16 | 08 | 2018
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Norderney


Ausflug nach Norderney – 13.10.2009 – 17.10.2009 Prolog: 
Meine bessere Hälfte überraschte mich ca. anderthalb Wochen vor den Herbstferien mit der Idee, doch vielleicht mal mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen.  

Ursprüngliche Idee: Usedom. Nun gut, warum nicht? Usedom soll ja schön sein. Wie der Zufall so will, hatte ich mir zwei Wochen zuvor die Karten für den ganzen Bereich geholt. 

Also setzte ich mich mit Andrea hin und wir besprachen Flugroute und vor allem Flugzeit – ca. 2 Std. und 20 min.

 
„Hmm…“ kam es von rechts „… ist vielleicht für den ersten Flug doch ein wenig lang, meinst Du nicht?“  Na ja … Eine gute Frage … aber eigentlich an den falschen gestellt … von mir aus könnte der Flug auch ruhig länger sein … aber es stimmt schon: Unsere beiden „Kleinen“ sind bis jetzt nur einmal jeweils kurz mitgeflogen und wie die beiden eine längere Flugstrecke vertragen, dass wissen wir ja leider nicht. Und Andrea ist bisher auch nur einmal mitgeflogen, und da war das Wetter wirklich ruhig. 

Nun, also ein anderes Ziel. Nordseeinseln. Flugzeit maximal 1:30 Std. (kannte ich ja noch von meinem Flug mit Markus nach Juist).
 


Da die Maschine mit 4 Personen und entsprechend Gepäck voraussichtlich voll beladen sein wird, suche ich erst mal Plätze mit entsprechend langer und vor allem befestigter Bahn (ich hab noch keine Erfahrung auf Plätzen mit Grasbahn).

Da wären also: Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge, Juist und Norderney.Die Kinder (Annemarie (kurz Anni, 14) und Leonard (kurz Leo, 11)) meinten, dass sie die anderen Inseln ja schon kennen würden und jetzt wollen sie nach Norderney.
Na denn …  

Gott sei Dank war die D-ELLX noch frei und so stand zumindest dem geplanten Termin nichts im Wege. Einziger Wermutstropfen: Freitag ist die Maschine ab 17:00 Uhr für die Schulung eingeplant. Hoffentlich klappt alles mit dem Rückflug. Die Wetterprognose sieht ja nicht schlecht aus. Im Gegenteil. Ein Hochdruckgebiet soll in dieser Woche wetterbestimmend sein. 

Nun denn … also mache ich erst mal eine kurze Zusammenstellung, wie viel Gepäck wir denn mitnehmen können, wenn ich eine ausreichende Sicherheit bzgl. der Flugzeit haben möchte – insgesamt 34 kg. Andrea sage ich vorsichtshalber, dass wir 25 kg mitnehmen können, es wird eh etwas mehr.  
Dienstag, 1. Tag:
 
Der nette Wetteronkel vom DWD hat eine mittelhohe scattert bis broken Schichtbewölkung bei 6000 bis 7000 ft. angekündigt sowie ein paar vereinzelte Cumulusflocken in 2500 bis 3000 ft. Diese aber vornehmlich im südlicheren Bereich und nach Norden hin deutlich weniger werdend. 

Weight and Balance erlauben – nebst aller Passagiere und Gepäck – eine Tankmenge von 2 x 60 l, also bis kurz unter den Winkel. Hierdurch ist auf alle Fälle eine ausreichende Sicherheit gegeben, auch wenn wir – laut Bericht – mit einem Gegenwind von 25 bis 30 kt. zu rechnen haben.
 

Nach im Vorfeld erfolgtem Briefing geht es also erst mal mit dem Auto zum Flughafen.
 

Ich lasse nur noch mal kurz das aktuellste Wetter und die Notams ausdrucken und wir holen nur noch den Schlüssel und das Bordbuch. 

Verhaltene Aufregung bei den beiden Kleinen. Erstaunlicherweise wurde das ‚Jetzt müsst ihr mir mal helfen’ nicht – wie sonst oftmals üblich – mit gepflegtem Desinteresse sondern tatkräftiger Unterstützung quittiert. Gemeinsam laufen wir um den Drehteller und nach erfolgtem Vordrehen der Maschine (wobei Leonard einen riesigen Spaß daran hat, auf dem Drehteller mitzufahren) wird selbige gemeinsam nach draußen gezogen.
 
            Bild 1: Kräftig ziehen … ist halt Luftsport … 
Beim Außencheck laufen beide mit um die Maschine und fragen, was ich denn so alles nachschaue. Tanken muss ich auch noch und so rolle ich erst mal zur Tankstelle; der Rest der Familie nutzt hierzu noch den Fußweg, alle für dieses kleine Wegstück ordnungsgemäß anzuschnallen, wäre dann doch etwas übertrieben gewesen. So bestaunen die beiden den Hubschrauber und schauen zu, wie der Learjet betankt wird. Nachdem der Learjet fertig ist, rolle ich vor und tanke auf. Meine beiden Kleinen helfen mit, die Maschine noch ein wenig zurück zu rollen und auf geht’s. Gepäck und das erforderliche „Befestigungsköfferchen“ habe ich bereits unten vor der Halle eingeladen und die Kopfhörer für die „Brut“ sind ebenfalls schon vorbereitet. 
            Bild 2: Vorfreude ist die schönste Freude …
 
Nun denn … alles einsteigen, anschnallen, Kopfhörer auf und dann geht’s ab zum Checkplatz. Andrea verabreicht vorsichtshalber „Reisekaugummi“ und so ist zumindest psychologisch gewährleistet, dass die Kinder erst gar nicht daran denken, dass ihnen übel werden könnte. Auf der Autofahrt zum Flugplatz war von den Cumulusflocken noch nichts zu sehen, aber jetzt schieben sie sich über den Himmel. Nicht weiter tragisch, weil sie wirklich weit auseinander liegen. Ein letzter Check am Startpunkt, dann geht es los. Leonard lacht freudig auf, als die Maschine abhebt und langsam in den Himmel steigt. Er findet es einfach nur toll. Ich selbst fliege zum ersten Mal eine solch voll beladene Maschine und merke deutlich, dass sie sich – logischerweise – träger fliegt als sonst. Es geht am Funkturm vorbei und der Blick nach Norden zeigt, dass die Flocken nun doch etwas vermehrt auftreten. Gott sei Dank sind die Abstände so groß, dass ich durch ein Loch vom Dienst über die Flöckchen gehen kann – Höhe: 3700 ft.  Welch phantastisches Panorama … die Kinder sind ganz hin und weg. Einige wenige Cumuluswolken bauschen sich bis auf 4000 ft. auf und ich umfliege sie in gebührendem Abstand. Bereits nach der A30 werden die Cumulusflocken deutlich weniger und ich sinke von 3700 ft. wieder auf 2500 ft. Immer wieder höre ich von hinten erstaunte Kommentare … „Schau mal der Fluss, Leo…“ „Jau, Anni, schau mal da die Strasse…“ „Boh, guck mal, die Wolke da hinten…“ … es ist eine Lust, so zu fliegen. Der Dümmer wird mit lauten Kommentaren überflogen „Schau mal, Anni, da sind Segelboote…“, „Ja, guck mal, da vorne ist ein Hafen…“, „Nee, da sind ja ganz viele…“ , Diepholz (diesmal noch nicht aktiv), Alhorn, Oldenburg … schon liegt der Jadebusen vor uns. 
            Bild 3: Die angekündigten Cumulusflöckchen …
 
            Bild 4: … die auch schon mal etwas nach oben schießen …
 
Ich lasse die Kontrollzone von Wilhelmshaven im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und drehe erst danach ein in Richtung Wangerooge. Leonard entdeckt an der Küste einen Kitesurfer und ist sichtlich beeindruckt, wie schnell der durchs Wasser flitzt. Sein gischtendes Kielwasser ist von unserer Höhe aus gut zu sehen.
 
            Bild 5: Wilhelmshaven (zumindest ausschnittsweise) …
 
Unter uns kreuzt eine Maschine, die augenscheinlich von Wilhelmshaven gestartet ist den Weg in Richtung Ost. Die friesischen Inseln liegen wie an der Perlenkette aneinandergeschnürt vor uns. Da in der Anflugkarte von Juist steht, dass Flüge im Zwischeninselverkehr möglichst nördlich der Inseln verlaufen sollen, liegen also nicht nur die Inseln sondern auch das Festland malerisch vor uns. 
            Bild 6: Insel und Festland … 
Anni und Leo raten, an welcher Insel wir gerade vorbei fliegen. Viel zu schnell lassen wir alle Inseln hinter uns. Zwischen Baltrum und Norderney drehe ich ein in Richtung Platzrunde, welche hier auf 700 ft. südlich vom Platz liegt. Im Gegenanflug entdeckt Anni unter uns neben einer Wattwandergruppe auch ein paar Seehunde, so dass es ein großes `Hallo` und Hin- und Herrücken in der Maschine gibt, weil Leo sie ebenfalls sehen möchte.  
            Bild 7: Norderney – im Hintergrund Juist …
 
Vor mir kommt eine andere Maschine im Direktanflug eingeschwebt. Da ich gerade erst in den Queranflug eindrehe, ist hier genügend Platz vorhanden. 
            Bild 8: Flugplatz querab …
 
„Wind 0 mit 15“ wird mir durchgegeben. Im Endanflug wackelt es ganz schön; die Dünen verwirbeln die Luft sehr stark. Quietsch macht’s, und unten sind wir.
 
            Bild 9: Endanflug …
 
Wir können uns auf den Platz vor dem Tower stellen. Also: Alles erst mal raus aus der Maschine. Hei jeh, es wird sich gereckt und gestreckt und einhellig wird angesichts des vorhandenen Restaurants auf ein ordentliches Essen gedrungen. 
 
            Bild 10: Erst mal ein schneller Zwischensnack …
 
Erst mal geht es aber hoch zum Tower. Hier geht alles ganz schnell … Ach, sie wollen ein paar Tage bleiben? Prompt stellt er uns die Norderney-Karten aus. Ob denn auch ein Platz im Hangar frei ist frage ich … zwar habe ich das berühmte „Köfferchen“ dabei, aber ein Hallenplatz wäre mir lieber … Klar, meint der Türmer, hätten Sie es doch sofort gesagt, dann hätte ich sie direkt da hin rollen lassen. „Ist ja kein Problem“ antworte ich und bin ganz froh, die schwere Reisetasche nicht die ganze Strecke schleppen zu müssen. „Wir gehen erst mal essen, dann rollen wir die Maschine rein.“ „Ist gut … ich mach derweil die Halle auf. Wenn Sie dann ein Taxi brauchen, melden Sie sich einfach bei mir.“ Landegebühr und Salair für das Unterstellen werden erst am letzten Tag abgerechnet … auch nicht schlecht! Direkt im Anschluss geht es ins angegliederte Restaurant. Mit Genuss wird erstmal geschmaust und mit steigendem Sättigungsgefühl steigt auch bei den beiden Kleinen sichtlich das Bedürfnis nach einem Nickerchen. Ist aber nicht. Zuerst müssen wir noch das Gepäck ausladen und die Maschine einstellen. Der Türmer hat mittlerweile die Halle aufgemacht und so bleibt Leonard auf dem Gepäck sitzen, während Anni und Andrea helfen, die Maschine eben mit in die Halle zu stellen. Ein paar mal hin und her (ich hab die Gabelkralle vergessen), dann steht sie auf dem Drehteller. Radklötze davor, abschließen – fertig. Der Türmer hat für uns ein Taxi bestellt und so geht es recht schnell in die Stadt zur Ferienwohnung. Die Tür ist noch nicht ganz auf, da liegen die beiden Kleinen schon auf dem Bett und sind auch erst mal nicht davon runter zu bekommen.

Nach allgemeiner Ruhepause geht es dann einmal in den Ort – schließlich brauchen wir ja auch noch etwas zu essen. Ein nettes Örtchen. Die Kiddies schauen sich mit großen Augen um, schließlich werden ja überall nette kleine Geschenke ausgestellt. So geht es dann zurück in die Wohnung und nach erfolgtem Abendessen in das inseleigene Kino. WICKY wird gezeigt und Anni meckert murmelnd vor sich hin, sie sei ja wohl die einzige Jugendliche hier; wird aber dann vor dem Kino eines Besseren belehrt, sind doch hier sehr viele Jugendliche im Alter von 14 – 18 Jahren zugegen, was sie dann wieder etwas versöhnt.
Übrigens ist es ein altes Theater, in welchem auch selbiges gespielt, Kabarett aufgeführt oder eben auch Filme vorgeführt werden. Das Ambiente mit Logen und Plüschsitzen ist wirklich gemütlich, es empfiehlt sich aber, früh da zu sein, weil die Logenplätze schnell besetzt sind. Der erste Tag war augenscheinlich aufregend und anstrengend genug, denn nach nur kurzer Zeit in der Wohnung sind zumindest 3 von 4 bereits in tiefem Schlummer entschwunden. 
            Bild 11: Ausruhen ist angesagt …
 
Mittwoch, 2. Tag:
 
Andrea verlässt morgens um acht die Wohnung, um die Insel durch Frühjogging unsicher zu machen und um – hoffentlich – auch ein paar Brötchen mitzubringen. Nach einem ausgiebigen Frühstück (Andrea hatte an die Brötchen gedacht) ging es über den Weststrand hinunter zum Hafen, wo mit einem warmen Kakao bzw. Kaffee der kalte Wind ein wenig aus den Knochen getrieben wurde. Niedlich war der Besuch im Nationalparkhaus, wo ein kleines Streichelaquarium die Möglichkeit bietet, Seesterne und Krabben zu streicheln (letzteren sollte man sich nie von vorne nähern) und man zusätzlich noch ein wenig von der heimischen Meeresfauna anschauen kann. 
            Bild 12: Weststrand …
 
Am Nachmittag ging es zu einer kleinen Ruhepause wieder zurück in die Wohnung, bevor am späten Nachmittag noch einmal der Nordstrand unsicher gemacht wurde. Da wir eigentlich nur kurz in die Stadt wollten, habe ich meine Kamera natürlich in der Wohnung gelassen – ich Depp…  So kam, was kommen musste: Ein leises Dröhnen dringt durch die Abendluft und ich schaue in den Himmel … 4 Flugzeuge in Rauten-Formation – welch ein toller Anblick … Natürlich sind die Kinder vorne an der Spitze eines Wellenbrechers und meine einzige Hoffnung ist, dass beide in den Himmel schauen … was sie natürlich nicht machen.  Leonard filmt zwar wie wild (er hat sich die Video-Kamera gemopst), jedoch ist sein Blick eher auf das Meer und eine Möwe und einen Drachen gerichtet. Als ich die beiden – nachdem sie wieder auf der Promenade waren – gespielt grimmig darauf angesprochen habe, warum sie denn nicht die Flugzeuge gefilmt haben, kam von meinem Lütten ganz treuherzig die Erklärung, dass da vorne eine ganz freche Möwe gewesen sei, die ihn immer angeflogen hätte, und die hätte er eben gefilmt. Außerdem habe er ja auch den Drachen gefilmt und das sei ja immerhin auch etwas zum fliegen, meint er zum Ende seiner Ausführungen ganz leicht beleidigt ob meiner doch etwas anderen Vorlieben.Wie das nun mal so ist mit der kindlichen Logik; de facto hat er ja Recht. Für ihn war die böse Möwe natürlich viel wichtiger und fliegen tut sie auch. 
            Bild 13: In Ermangelung eines gelungenen Bildes der garstigen Möwe …
 
Donnerstag, 3. Tag:
 
Die Frage nach heutigem Rückflug wurde allenthalben abgelehnt. Das Wetter verspricht ja heute auch wieder richtig schön sonnig zu werden. Das Flugwetter allerdings zeigt für heute Nacht den Durchgang einer Kaltfront an; allerdings soll diese bereits bis zum morgigen Abend im Alpenvorland angekommen sein und auf der Frontrückseite sind Sichten von 30 – 40 km vorhergesagt und Wolkenuntergrenzen von 3000 ft. Na ja, klingt ja nicht schlecht. Also wurden erst mal – nach ausgiebigem Frühstück – Fahrräder gemietet. Da Leonard nicht so gut mit einem normalen Fahrrad zurecht kommt und auch Anni gerne mal auf einem Tandem fahren möchte, leihen wir uns also zwei Tandems. Nach nur 5 min ging es denn auch los Richtung Leuchtturm, weil Andrea eigentlich gerne das Wrack an der Ostspitze der Insel betrachten wollte. Nun denn, die beiden Mädels haben wohl einige Synchronistationschwierigkeiten und Leo und ich radeln – schwupps – schnell mal vorbei, vielleicht doch etwas zu schnell … Links um die Kurve, rechts um die Kurve , etwas gerade aus und da tönt es von hinten: „Mama und Anni sind gar nicht da“ … ach jeh … also: warten. Nur tut sich da nichts, so dass wir zwei uns wieder auf den Rückweg machen. Kurz vor Erreichen der Hauptstrasse radeln Anni und Andrea auf selbiger stadtauswärts vorbei – allerdings nun auf zwei Einzelrädern. Mit etwas erhöhtem Tempo versuchen wir, Andrea und Anni einzuholen. Leonard kichert hinter mir und findet diese Aufholjagd recht spannend – vor allem wohl deshalb, weil der kleine Sack gar nicht mitstrampelt. Ein paar Bemerkungen der Leute lassen mich misstrauisch in die vorbeihuschenden Fensterscheiben blicken und was sehe ich? Das Spiegelbild meines fröhlich lachenden Kleinen, der da mit den Füßen auf dem Rahmen sitzt und die schnelle Fahrt genießt. Kinder! Nachdem ich meine Lunge also nach einigen Kilometern mit Gegenwind wieder auf Trapp gebracht habe, wird auch direkt der Ruf laut, doch auf den Leuchtturm zu steigen. Die Aussicht soll einfach toll sein.Äh, hallo? Wenn ich ne tolle Aussicht will, dann setz ich mich ins Flugzeug. Es steht leider 3 gegen 1 und so nehme ich die 252 Stufen auf mich. Der Kleine – ausgeruht vom Radfahren – ist schon mal vorweg. Um es kurz zu machen: Auch ich habe es nach oben geschafft und der Ausblick war wirklich umwerfend. Die ganze Insel lag vor einem. Es lohnt sich wirklich. 
            Bild 14: Pause zwischen den Dünen …
 
            Bild 15: … mit der niederschmetternden Erkenntnis, dass man auch hätte die Bimmelbahn 
            nehmen können
 
            Bild 16: Blick vom Leuchtturm nach Südwesten …
 
            Bild 17: Blick vom Leuchtturm nach Westen …
 
            Bild 18: Blick vom Leuchtturm nach Norden …
 
            Bild 19: Blick vom Leuchtturm nach Osten …
 
Weiter ging es zu dem östlichsten – mit Autos oder Fahrrädern – Parkplatz der Insel. Von dort aus waren es immerhin noch fast 6 km bis zum Wrack – eine Entfernung, die bei diesem Wind sicherlich nicht ohne heftigen Widerstand der beiden Kleinen zu bewältigen wäre … 
            Bild 20: Landschaft in der „weißen Düne“ …
 
Andrea ließ sich also umstimmen und so ging es ca. einen halben Kilometer durch die Dünen zum Nordstrand hinter den weißen Dünen. Eine einmalige Landschaft, die sogar die Kinder fasziniert und gefesselt hat, denn durch den starken Nordwind hatten sich wunderschöne Formen im Sand abgebildet.
            Bild 21: Einsamer Wanderer …
 
            Bild 22: Windskulpturen …
 
            Bild 23: Windmeer …
 
            Bild 24: … wie breit doch ein Strand sein kann …
 
Die Rückfahrt verlief dann in gewohntem Muster, wobei Leonard diesmal beim Radeln mithalf und der nun etwas im Rücken stehende Wind ein übriges zum entspannten Radfahren hinzutat. Nach allgemein eingeforderter Ruhepause in der Wohnung wurde der späte Nachmittag mit einem Einkaufsbummel und anschließendem Essen in einem netten Fischrestaurant abgeschlossen. Alles in allem war es wohl ein anstrengender Tag, denn unsere beiden waren recht schnell in ihrem Zimmer verschwunden. 
Freitag, 4. Tag:
 
04:30 – Herrjeh, wie das draußen stürmt. Die lebhafte Nordströmung, wie es so schön im Wetterbericht bei pc-met hieß, gab es ja schon die letzten Tage … ich lese mich also in den Wetterbericht ein und dort steht zum ersten Mal etwas von Sturm. Ein Blick auf die Windkarte bestätigt: Windstärke 6 bis 8. Soll sich aber nach Durchzug der front abschwächen.Nun gut. Also wieder hingelegt. Ich werde unsanft aus meinem Dämmerschlaf gerissen: Durch den starken Wind funktioniert – warum auch immer – das Türschloss außen nicht mehr, und Andrea klingelt im Einklang mit dem Wetter Sturm. Noch vor dem Frühstück schaue ich in pc-met nach und die Bedingungen bessern sich zwar von M nach D  - aber erst um 14:00 Uhr UTC.Keine Möglichkeit zu fliegen – mit Familie schon gar nicht - und so rufe ich erst mal bei meinem Vereinskollegen an, dass ich heute wohl hier nicht von der Insel wegkomme und er seine Unterrichtsstunde leider wohl nicht mit der LX wahrnehmen kann. Der Versuch, die Ferienwohnung noch weiter anzumieten, scheitert an der Tatsache, dass neben den Schulferien ein Ärztekongress und das Wochenende mit einer Unzahl von Gruppenfahrten vor der Tür liegt. Also: Kurzentschluss: Die Kinder und Andrea machen einen Abenteuerurlaub und fahren mit Schiff und Zug zurück. Gepäck und ich bleiben hier und kommen dann morgen nach. Unser Vermieter – zufällig kommt er auch aus dem Bergischen Land – bietet mir an, sein einziges Einzelzimmer auch für nur eine Nacht zu mieten, so dass ich zumindest eine Unterkunft habe. Nachdem also Schiffs- und Zugfahrkarte geholt sind (es lebe das Niedersachsenticket), geht es nach abschließendem Provianteinkauf zum Hafen. Die Fähre legt gerade an und zusätzlich zu dem normalen Fährbetrieb fahren noch Zusatzfähren … wirklich ein Andrang hier auf der Insel. 
             Bild 25: Der Platz in der Fähre ist gesichert ….
 
            Bild 26: Auf geht’s zum Festland …
 
Nach kurzem Aufenthalt legt die Fähre um 13:30 pünktlich ab. Heftiges Winken und dann entschwindet sie langsam am Horizont. Ich gehe am Weststrand entlang zurück ins Zimmer. Der Wind ist so heftig, dass man sich wirklich gegenstemmen muss. Im Zimmer rufe ich erst mal beim Flugplatz an und sage Bescheid, dass ich mich heute nicht traue, zurück zu fliegen. Der Türmer schmunzelt und meint, er würde heute auch nicht fliegen; sie hätten Böen von über 50 kt. gemessen. Der Platz in der Halle ist weiterhin kein Problem, sind ja sonst keine weiteren Flugzeuge da, bis auf die hier stationierten.Er würde um 9:00 local den Platz aufmachen und dann könnte ich ja vorbei kommen. Nachdem alles geklärt ist, wird sich erst mal ein wenig ausgeruht. Am späten Nachmittag noch kurz ein Provianteinkauf und dann zurück an den Rechner, Wetter nachschauen.Ah ja, es bleibt also weiter windig, aber der Regen wird aufhören und die Wolkenuntergrenze wird ansteigen – wenigstens etwas. Da ich eh nicht richtig zur Ruhe komme, beginne ich mit diesem Bericht. Um 19:45 kurzer Anruf zu Hause – ist aber noch keiner da. Erst um viertel vor neun hebt mein Kleiner zu Hause ab und berichtet, dass ein Zug wegen des vielen Windes Verspätung hatte und dass sie deshalb eine Stunde Aufenthalt hatten. Die Fahrt wäre toll gewesen und auch die Fähre hätte kaum geschaukelt. Schön, dass die drei wieder gut zu Hause angekommen sind. 
Samstag, 1. unfreiwilliger Tag:
 
Die Nacht über hat es immer noch kräftig gestürmt. Um 06:30 ist es endgültig mit der Nachtruhe vorbei; das Wetter lässt mir doch keine Ruhe. Ein Blick in pc-met verheißt jedoch heute bereits ab den frühen Stunden O-Bedingungen, wenn auch immer noch Wind von 30-35 kt. ab 1000 ft. Höhe. Na denn, zumindest alleine ist das ja kein Problem. Also packe ich meine Sachen und verbrauche den letzten Instant-Kaffee.
Flugplanung gemacht – tanken muss ich ja auch noch – und dann geht es um 08:15 via Taxi zum Flugplatz. Die schwere Reisetasche bringe ich schon mal zur Halle und genieße dabei die herrliche Morgenstimmung. 
 
            Bild 27: Morgenstimmung mit Wind …
 
Pünktlich um 09:00 local schließt der Türmer das Gebäude auf. „Ach  Sie sind doch der mit der Piper, nicht?“ „Jau,“ antworte ich schmunzeld, „moin.“„Na, denn wollen wir mal: Landegebühr + Abstellgebühr + 4 Tage Halle – macht 51,00 €.“ „Na geht ja noch – ich war froh, dass die Maschine gestern im Hangar war.“ „Stellen Sie sich mal vor,“ meint er dann „gestern haben doch tatsächlich welche angerufen und waren auch nicht davon abzubringen, herzufliegen … bei 45 kt. Seitenwind haben sie dann 200 m vor dem Aufsetzen abgebrochen und sind zurück geflogen … unglaublich, obwohl ich ihnen abgeraten hatte…“ Kopfschüttelnd drückt er mir einen Schlüssel in die Hand. „Hier ist der Hallenschlüssel. Bitte nicht mitnehmen, wir haben nur so wenige. Bitte einfach nur im Schloss stecken lassen.“ Schmunzelnd nehme ich den Schlüssel an mich und mache mich auf dem Weg zur Halle. „Tschüüss, bis zum nächsten Mal…“  Die Maschine ist schnell gecheckt und der Rest ist auch schnell erzählt. Start von der 08 bei Wind aus 20° mit 20 kt. Man merkt aber schon, dass die Maschine ganz schön schiebt. Der Flug nach Wilhelmshaven zum Tanken war eine richtige Entscheidung, denn hier kommt der Wind angenehm von vorne.
Von Wilhelmshaven nach Bielefeld war es ein schöner Flug in 4000 ft Höhe over the top, wobei ich am Mittellandkanal ob der enger werdenden Wolken dann unter diese gegangen bin. Ab da wurde es dann auch ein wenig unruhig. Alles in allem ein schöner Rückflug (siehe auch die Photos).
 
            Bild 28: Morgenstimmung mal anders …
 
            Bild 29: … und wieder ein paar Cumulusflöckchen (zumindest in Richtung Ost) …
 
            Bild 30: .. nach Westen hingegen …
 
Epilog:
 
Die unfreiwillige Rückreise mit Fähre und Zug war ok, da ohne Gepäck. Meine drei wären am liebsten wieder mit zurück geflogen, aber Sicherheit geht vor, denke ich.

Der Kurzurlaub hat allen gut gefallen und es besteht die einhellige Meinung, noch oft mit dem Flugzeug zu verreisen J 
Ralf Kahl, 17 Okt. 2009
 
 
Wetter EDLI