23 | 02 | 2018
Ankunft D-ESFP
Ankunft der D-ESFP

Samstag … 03.07.2010 … Bielefeld … die Sonne brennt …
Zeit: 16:42 … Deutschland / Argentinien:2:0

Ein leises Brummen erfüllt den Himmel … da ist sie! Sie dreht in den Queranflug und bald darauf ist sie im Endanflug. Ich stehe am Rollhalt A der Piste 29 und schaue gebannt zu, wie sie an mir vorbei schwebt. Kurz darauf ein leichtes Quitschen der Räder - Eckhard Sträter hat es wieder einmal geschafft. Wie so oft hat er einen erfolgreichen Ferry-Flug hinter sich gebracht, diesmal für unseren Verein. Langsam rollt er die Archer III über den Taxiway Richtung Werkstatthalle.



Tolle Maschine!

Wir schieben noch schnell die D-EKPE auf den Rasen, um ihm vor der Halle Platz zu schaffen. Ein paar letzte Umdrehungen des Propellers – dann steht sie da.

Die Tür geht auf und Eckhard wird mit Applaus begrüßt; es ist schon eine Leistung, mit einem kleinen Einsitzer mal eben über den Atlantik zu hüpfen. Das er es noch vor der angekündigten Kaltfront mit eingelagerten Gewittern geschafft hat, freut uns besonders und zeigte einmal mehr die langjährige Flugerfahrung von Eckhard!

Ein Blick in die Maschine offenbart, dass Eckhard es ziemlich beengt darin hatte. Der Rücksitz ist nicht zu sehen, hier ist ein 100 gal. großer Ferrytank installiert, dessen Belüftung an einem Inlett im Seitenfenster auf der Pilotenseite befestigt ist. Auf dem Copilotensitz die Notausrüstung mit Rettungsinsel, Schwimmweste und Oberteil des Überlebensanzugs.
Im Fußraum des Copiloten das Kurzwellen-Funkgerät.

Im Gepäckraum diverses Zubehör für die Maschine – nebst etwas Gepäck von Eckhard. Kurzum, kein Wunder, dass er für den Flug von der FAA eine Sondergenehmigung einholen musste, um mit bis zu 30% Übergewicht starten zu dürfen.




  




Auch in Kanada wurde nochmals eine solche Genehmigung ausgestellt. Hier wurden sogar Auflagen gemacht, von welchen Flughäfen er starten durfte und welche Startbahn dabei zu benutzen sei.
„Es wird dabei zum einen drauf geachtet, dass die Bahn lang genug ist, obwohl das eigentlich nie das Problem ist, und dass der Start zum anderen nicht über bewohntes Gebiet führt."

Seine Flugroute führte ihn von Maine (Bangor International Airport, wo der Ferrytank eingebaut wurde) über Nova Scotia nach Neufundland (Saint John’s International Airport).
Das war auch der erste „kleine“ Hüpfer über das Meer.

Normalerweise wäre die Route dann über Grönland, Island nach Schottland verlaufen.

Aufgrund eines Tiefdruckgebietes hätte Eckhard aber auf dieser Strecke mit Gegenwind rechnen müssen. Also hat er sich dann für eine alternative Route entschieden.
Diese südliche Route hat ihm dagegen Rückenwind beschert und so ist er in einem langen Nachtflug direkt mit Ostkurs nach Jersey (Kanalinsel) geflogen.

Die Frage, ob denn die nördliche Route aufgrund der kürzeren Strecken über dem Meer nicht sicherer gewesen wäre beantwortete Eckhard wie folgt: „Weißt Du, wenn Du eine so überladene Maschine hast und kannst Dir zwei Landungen sparen, dann ist das immer eine Überlegung wert – und gerade der Anflug auf Narsarsuaq (Grönland) ist aufgrund des häufigen Nebels und der angrenzenden Berge nicht ganz einfach.“

Von Jersey aus ging es dann nach Bielefeld – ebenfalls nonstop, aber verglichen mit dem vorherigen Streckenabschnitt eher ein Hüpfer.

Gut 25 Stunden reine Flugzeit hat Eckard in der Maschine zugebracht.

Nochmals – ein herzliches Danke.

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